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24-Stunden-Betreuung 16 Min. Lesezeit

24-Stunden-Betreuung zu Hause 2026 — Praxis-Leitfaden für Familien

24-h-Betreuung in der Praxis 2026: was die Betreuungskraft macht, Wohnung vorbereiten, Onboarding, Sprachstufen, Wechselrhythmus, Konflikte.

Wenn Familien zum ersten Mal mit dem Gedanken an eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause spielen, geht es ihnen selten ums Geld. Es geht um Vorstellungen — darüber, wie das funktionieren soll. Wer schläft wo? Was macht die Betreuungskraft den ganzen Tag? Was passiert, wenn es nicht passt? Wie spricht man, wenn die Sprachkenntnisse nicht reichen?

Ich habe als examinierte Altenpflegerin viele Jahre in der ambulanten und stationären Pflege gearbeitet, bevor ich zu Omelia kam. Seitdem habe ich hunderte Familien dabei begleitet, ihre erste Betreuungskraft im Haus zu empfangen — und dabei aus jedem Einsatz etwas gelernt. Dieser Leitfaden ist das Praxis-Wissen, das wir gerne jeder Familie vor der ersten Anfrage geben würden.

Auf einen Blick

  • 24-Stunden-Betreuung bedeutet Anwesenheit rund um die Uhr, nicht Arbeit rund um die Uhr. Eine Betreuungskraft (BK) lebt mit im Haushalt, hat maximal 8 Stunden Arbeitszeit pro Tag plus Bereitschaftszeit
  • Die BK übernimmt Grundpflege, Haushalt, Begleitung, Aktivierungkeine medizinischen Tätigkeiten wie Wundversorgung oder Insulingabe
  • Wechsel-Rhythmus üblich: 6 – 10 Wochen Einsatz, dann Ablösung
  • Eigenes Zimmer mit Bett, Schrank und Fenster ist gesetzlich vorgeschrieben
  • Sprachstufen A1 – B1: A2 ist Standard, B1 für komplexe Demenz-Situationen
  • Onboarding der ersten 7 – 14 Tage entscheidet meistens, ob die Zusammenarbeit langfristig funktioniert
  • Bei Unzufriedenheit: schnell tauschen — bei seriösen Anbietern ist Ablösung innerhalb von 3 – 7 Tagen möglich
  • Kostenbereich 2026: 2.500 – 3.200 € brutto pro Monat je nach Sprachstufe, abzüglich Pflegekassen-Förderung

„Die Familien, bei denen es funktioniert, haben eine Gemeinsamkeit: sie haben vor der Ankunft realistische Erwartungen formuliert und in der ersten Woche viel Geduld gehabt. Die Familien, bei denen es scheitert, erwarten in den ersten 48 Stunden eine perfekte Lösung — und treffen statt dessen einen Menschen, der gerade aus Polen angereist ist, müde, in einem fremden Haushalt.” — Maria Hoffmann, Pflegefachberaterin bei Omelia

1. Was bedeutet „24-Stunden-Betreuung” rechtlich?

Der Begriff ist ein Marketing-Begriff, kein Rechtsbegriff. Rechtlich korrekt heißt das Konzept „häusliche Betreuung mit Anwesenheit rund um die Uhr”. Der Unterschied ist wichtig:

  • Anwesenheit 24 Stunden: die Betreuungskraft wohnt im Haushalt, ist jederzeit ansprechbar
  • Aktive Arbeit maximal 8 Stunden pro Tag (mit Ausnahmen bis 10 Stunden, wenn Ausgleich erfolgt) — das ist gesetzlich festgeschrieben durch das Arbeitszeitgesetz
  • Bereitschaftszeit zählt ebenfalls als Arbeit, aber wird anders vergütet
  • Mindestens 11 Stunden Ruhezeit pro Tag, davon mindestens 8 Stunden ungestört

Das Bundesarbeitsgericht-Urteil vom Juni 2021 hat klargestellt: auch Bereitschaftszeit muss mindestens mit dem Mindestlohn (2026: 13,90 €) vergütet werden. Seitdem hat sich der Markt strukturiert — seriöse Anbieter arbeiten ausschließlich über legale Entsendung mit polnischen Firmen, die ihren BK-Mitarbeitern Sozialversicherung, Mindestlohn und A1-Bescheinigung garantieren.

Mehr zu den rechtlichen Grundlagen: Rechtliche Aspekte der Betreuungskraft.

2. Wer ist „die Betreuungskraft”?

Eine 24-h-Betreuungskraft aus Polen ist typischerweise:

  • Frau zwischen 40 und 65 Jahren (Männer sehr selten)
  • Ausbildung: meist als Altenpflege-Helferin, Krankenschwester oder mit langjähriger Hauspflege-Erfahrung. Eine Examen-gleichwertige Anerkennung fehlt fast immer
  • Sprachkenntnisse Deutsch: A1 bis B1
  • Familie in Polen, kommt für 6 – 10 Wochen, dann 4 – 6 Wochen Pause zu Hause
  • Eigenes Lebensmodell: arbeitet seit Jahren in der häuslichen Pflege in Deutschland, kennt die Routinen

Was eine BK nicht ist:

  • Keine examinierte Pflegefachkraft im Sinne des deutschen Rechts
  • Keine Haushaltshilfe im klassischen Sinne (ihre Hauptaufgabe ist die Person, nicht der Haushalt)
  • Keine Krankenpflegerin — medizinische Maßnahmen darf sie nicht ausführen

Die Person ist eine Mischung — verantwortlich für das Wohl der pflegebedürftigen Person rund um die Uhr, aber innerhalb klar definierter Aufgaben.

3. Was die Betreuungskraft macht — typischer Tagesablauf

Hier ein Tagesablauf, wie er in vielen Haushalten tatsächlich abläuft, bei einer Person mit Pflegegrad 3 und beginnender Demenz:

Morgens (07:00 – 11:00)

  • 07:00 — Aufstehen unterstützen, Toilettengang, Inkontinenzmaterial wechseln
  • 07:30 — Frühstück vorbereiten und gemeinsam essen, eventuell anreichen
  • 08:00 — Medikamente nach Plan (von Pflegedienst vorbereitet)
  • 08:30 — Waschen / Ganzkörperpflege im Sitzen / Anziehen
  • 09:30 — Aktivierung: spazieren im Garten, Übungen aus Reha-Plan, Gespräch
  • 11:00 — Vorbereitung Mittagessen, Haushalt erledigen (Wäsche, Küche, Bad)

Mittags und Nachmittags (12:00 – 17:00)

  • 12:00 — Mittagessen, gemeinsame Mahlzeit
  • 13:00 — Ruhepause / Mittagsschlaf der pflegebedürftigen Person — meist die Hauptpause der BK (eigenes Zimmer, Telefonate, eigene Zeit)
  • 15:00 — Kaffee, Snack, eventuell Besuch der Familie, Aktivierung
  • 16:00 — Spaziergang oder Beschäftigung (Memo-Spiele, Gymnastik, Vorlesen)

Abends (17:00 – 22:00)

  • 17:30 — Vorbereitung Abendessen
  • 18:30 — Abendessen, gemeinsam
  • 19:30 — Medikamente Abend
  • 20:00 — Fernsehen, Gespräch, ruhiger Abend
  • 21:30 — Vorbereitung Schlafengehen, Hygiene, Inkontinenz, Pyjama

Nachts (22:00 – 07:00)

  • 22:00 — Schlafenszeit
  • Nachts 1 – 2 Toilettengänge bei Person mit Inkontinenz / nächtlicher Unruhe
  • Bereitschaftszeit: BK schläft in ihrem Zimmer, hört aber auf Geräusche / Rufe / Babyfon

Wichtig: bei einer Person mit ausgeprägter nächtlicher Unruhe (z. B. schwere Demenz mit Wandertendenz) ist die Belastung höher. Wir empfehlen dann oft zwei BK im Wechsel mit kürzeren Einsätzen oder zusätzlich stundenweise Tages-Entlastung.

4. Was die Betreuungskraft NICHT macht

Das ist genauso wichtig wie der Punkt davor. Aufgaben, die nicht zum Aufgabengebiet einer BK gehören:

Medizinische Maßnahmen

  • Insulin-Injektionen — Pflegedienst übernimmt
  • Wundversorgung / Verbandwechsel — Pflegedienst
  • Katheter-Wechsel — Pflegedienst
  • Infusion oder Sauerstoff-Verabreichung — Pflegedienst / Arzt
  • Medikamente stellen — vom Pflegedienst vorbereitet, BK gibt nach Plan

Pflegerische Aufgaben mit hohem Risiko

  • Mobilisation von Bettlägerigen ohne Hilfsmittel — Lifter erforderlich, oder zwei Personen
  • Spezielle Schmerzbehandlung — Arzt-Vorgabe

Persönliche Dienste über das Übliche hinaus

  • Nicht Hausmädchen für die ganze Familie — die BK ist für die pflegebedürftige Person da, nicht für den arbeitenden Sohn
  • Nicht Erzieher / Kinderbetreuer für Enkel
  • Kein Putzdienst für die ganze Wohnung — nur Bereiche der zu pflegenden Person plus gemeinsame Küche

Was bedeutet das praktisch?

In den meisten Haushalten arbeitet die BK mit einem ambulanten Pflegedienst zusammen. Der Pflegedienst kommt 1 – 2 Mal pro Tag (15 – 30 Minuten), übernimmt medizinische Aufgaben — und die BK übernimmt alles andere. Diese Kombination ist 2026 der häufigste Versorgungstyp.

5. Vorbereitung der Wohnung

Was Sie vor Ankunft der ersten Betreuungskraft tun sollten — das ist einer der häufigsten Fehler: Familien organisieren alles um die zu pflegende Person, vergessen aber die BK.

Eigenes Zimmer

  • Pflichtbestandteil: ein separates, abschließbares Zimmer
  • Mindestausstattung: Bett (90×200 cm minimum), Schrank, Tisch, Stuhl, Fenster zur Belüftung
  • Heizung im Winter, Wärmestau-frei im Sommer
  • In der Nähe der zu pflegenden Person (Hörweite)
  • Privat: nicht durchgangszimmer, nicht ehemaliges Wohnzimmer mit Tür zur Küche

Bad

  • Ein Bad, das die BK mitbenutzen darf
  • Eigene Handtücher, Pflege-Produkte
  • Bei einer Wohnung mit nur einem Bad: das ist Standard und funktioniert

Küche

  • Kühlschrank-Fach für die BK oder mind. Platz für ihre Produkte
  • Kochmöglichkeit nutzbar (Kühlschrank, Herd, Wasser)
  • Internetzugang (WLAN-Passwort vor Ankunft kommunizieren!)

Was ich oft sehe, was schiefgeht

  • BK kommt an, das „eigene Zimmer” ist ein Durchgang oder Abstellraum
  • WLAN-Passwort ist nicht bekannt, BK kann ihre Familie nicht erreichen
  • Kein Vorrat an Lebensmitteln, BK weiß nicht, wo der nächste Supermarkt ist
  • Familienangehörige kommen unangekündigt und sehr früh, BK hat keine Privatsphäre

Diese Kleinigkeiten machen in den ersten Tagen den Unterschied zwischen „Ich fühle mich willkommen” und „Ich fühle mich wie ein Eindringling”.

6. Onboarding — die ersten 14 Tage

Aus meiner Erfahrung sind die ersten 14 Tage für die langfristige Zusammenarbeit entscheidend. Was funktioniert:

Tag 1 – Ankommen lassen

  • Begrüßung in entspannter Atmosphäre — nicht direkt mit dem Tagesablauf starten
  • Zimmer zeigen, WLAN-Zugang, Schlüssel, Notrufnummern
  • Essen anbieten — die BK ist meist viele Stunden gereist
  • Ruhe: nicht direkt am Anreisetag den ganzen Tagesablauf einführen

Tag 2 – Gemeinsamer Rhythmus

  • Mit dabei sein: die Familie zeigt die Routine — wie wird gewaschen, wo sind die Medikamente, wann kommen Besucher
  • Schriftlicher Tagesplan auf einem A4-Blatt in der Küche — auf Deutsch, mit einfachen Wörtern
  • Fragen einladen: „Was möchten Sie wissen? Was ist unklar?”

Tag 3 – 7 – Begleitete Übergabe

  • Die BK übernimmt zunehmend — mit Familienangehöriger im Hintergrund
  • Tägliches 10-Minuten-Gespräch: was funktionierte, was war unklar
  • Anpassungen schriftlich: zum Beispiel „Frau W. mag den schwarzen Tee ohne Zucker, nicht mit Honig”

Tag 8 – 14 – Selbständigkeit

  • Die BK ist hauptverantwortlich, die Familie kommt regelmäßig vorbei
  • Pflege-Dokumentation (auch wenn nicht gesetzlich verpflichtend): was wurde gegeben, gemacht, beobachtet
  • Erstes Feedback-Gespräch am Ende der zweiten Woche: passt der Mensch? Passt die Chemie?

Was häufig schiefgeht

  • Familie verschwindet nach 2 Tagen komplett, BK steht allein im Haus
  • Keine Übergabe: die BK soll „selbst rausfinden”, wie Frau W. ihren Kaffee mag
  • Erwartungshaltung „perfekt ab Tag 1” — und Enttäuschung, wenn Kaffee zu süß oder das Geschirr falsch eingeräumt wurde

7. Sprachstufen — was bedeutet das in der Praxis?

Die deutsche Sprachstufe der BK ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Hier was die Stufen praktisch bedeuten:

StufeWas die BK kannWann geeignet
A1Grundwortschatz, einfache Sätze, „Guten Morgen, Tee?”Eingeschränkt — Person versteht polnisch oder Familie übersetzt
A2Alltagskommunikation, einfache Gespräche, klare AnweisungenStandard für die meisten Haushalte
B1Selbständige Kommunikation, kann komplexe Themen besprechen, Arztgespräche begleitenDemenz, mehrere Bezugspersonen, komplexe Pflege
B2+Nahezu muttersprachlichSelten, deutlich teurer

Praxis-Tipp

  • Bei leichter Demenz ist A2 völlig ausreichend — die Person reagiert oft mehr auf Tonfall und Mimik als auf Wörter
  • Bei fortgeschrittener Demenz kann B1 wichtig sein, wenn die Person sich nur über sehr genaue Worte ausdrücken kann
  • Bei kognitiv intakten Personen mit Kommunikationsbedürfnis (Witwer, die nicht mehr viel Familie haben) ist B1 ein Geschenk

Was hilft, wenn die Sprache nicht reicht

  • Tagesplan visuell: Bilder, Symbole, einfache Wörter
  • Übersetzungs-App auf Smartphone (Google Translate, DeepL) für komplexe Themen
  • Familienmitglied per Telefon bei kritischen Gesprächen
  • Mit der Zeit: die meisten BK verbessern ihr Deutsch im Einsatz deutlich — nach 6 Monaten oft eine Stufe höher

8. Wechselrhythmus — wann kommt die nächste BK?

In der Praxis funktionieren mehrere Modelle:

Modell A: 8-Wochen-Rhythmus (Standard)

  • BK arbeitet 8 Wochen am Stück, dann 4 Wochen Pause
  • Während der Pause kommt eine zweite BK, die das gleiche Schema fährt
  • Über das Jahr 2 BK im Wechsel — die Person kennt beide, beide kennen die Person

Vorteil: kontinuierliche Beziehung, beide BK werden vertraut. Nachteil: 8 Wochen sind oft lang für die BK, Erschöpfung möglich.

Modell B: 6-Wochen-Rhythmus

  • 6 Wochen Arbeit, 6 Wochen Pause
  • 2 BK im Wechsel
  • Üblich bei besonders belastenden Situationen (schwere Demenz, sehr enge Wohnverhältnisse)

Modell C: 10-Wochen-Rhythmus

  • 10 Wochen Arbeit, 4 – 6 Wochen Pause
  • Nur bei stabilen, belastungsarmen Situationen
  • Vorteil: weniger Wechsel, mehr Kontinuität

Übergangsphasen

Beim Wechsel ist es ideal, wenn die alte und neue BK einen Tag Überlappung haben — direkter Erfahrungsaustausch. Das organisiert ein guter Anbieter automatisch.

Verhinderungspflege kann die Pflegekassen-Förderung für die Übergangstage decken — siehe Verhinderungspflege 2026 beantragen.

9. Was wenn es nicht passt?

Das passiert. Nicht oft, aber es passiert. Aus meiner Erfahrung in etwa 5 – 10 % der Erstvermittlungen. Was zählt, ist die Reaktion.

Anzeichen, dass es nicht funktioniert

  • Persönliche Inkompatibilität: Tonfall, Charakter, Werte passen nicht
  • Sprachbarriere zu hoch — Person versteht die BK nicht
  • Fachliche Überforderung der BK mit der konkreten Situation
  • Hygiene-Standards unterschiedlich (z. B. Person ist sehr penibel, BK ist es nicht)
  • Konflikte über Grenzen — BK weigert sich, etwas zu tun, das im Vertrag steht

Was Sie nicht tun sollten

  • Wochenlang aushalten in der Hoffnung, „es wird sich einspielen”. Wenn nach 10 – 14 Tagen die Chemie fundamental nicht stimmt, wird sie es auch in Monat 3 nicht
  • Direkt mit der BK streiten — das hilft niemandem
  • Die BK abrupt rauswerfen ohne Information an den Anbieter

Was Sie tun sollten

  • Sofort den Anbieter informieren mit konkreten Beobachtungen
  • Tauschangebot bekommen — bei seriösen Anbietern innerhalb von 3 – 7 Tagen
  • Konstruktiv reflektieren: was wäre bei der nächsten BK anders?

Bei Omelia ist es bei uns selbst ein Qualitätskriterium: wenn eine Familie unzufrieden ist, lösen wir das schnell und ohne Streit. Die Familie hat keine Strafgebühr für einen Wechsel in den ersten 14 Tagen.

10. Kosten 2026 — was zahlen Sie wirklich?

Hier eine realistische Kostentabelle für 2026, basierend auf durchschnittlichen Marktpreisen (Stand März 2026):

SprachstufeBrutto / MonatBei PG 3 mit allen Förderungen ≈ Eigenanteil
A12.499 € – 2.799 €ca. 1.000 – 1.400 €
A2 – B12.899 € – 3.199 €ca. 1.400 – 1.700 €
B1 fließend3.199 € – 3.499 €ca. 1.700 – 2.000 €
B2 / Spezialisierungen3.499 € +ab 2.000 €

Was im Preis enthalten ist

  • Lohn der BK (Mindestlohn-konform für aktive Stunden + Bereitschaft)
  • Sozialversicherung in Polen (ZUS, Krankenversicherung)
  • Reisekosten (Hin- und Rückfahrt bei Wechsel)
  • Vermittlungsgebühr des Anbieters
  • A1-Bescheinigung (Entsendungsnachweis)
  • Vertretung im Wechsel (Logistik)

Was im Preis NICHT enthalten ist

  • Verpflegung der BK (zahlt die Familie, ca. 5 – 7 € pro Tag, meist gemeinsam einkaufen und essen)
  • Eigenes Bad / Zimmer (Sachleistung der Familie)
  • Eventuelle Internet-Kosten (üblicherweise eh vorhanden)

Förderungen aus der Pflegekasse

Bei einer 24-h-Pflege zu Hause können Sie kombinieren:

  • Pflegegeld (PG 2: 347 €, PG 3: 599 €, PG 4: 800 €, PG 5: 990 €)
  • Entlastungsbetrag 131 € / Monat (zweckgebunden)
  • Verhinderungspflege anteilig (3.539 € / Jahr)
  • § 35a EStG steuerlich (bis 4.000 € / Jahr = ca. 333 € / Monat)
  • Pflegehilfsmittel 42 € / Monat (Reform 2026)
  • Bayern: Landespflegegeld 500 € / Jahr

Konkrete Berechnung für Ihre Situation: Kostenrechner und Förderungs-Check.

11. Häufige Fragen aus der Praxis

Spricht die Betreuungskraft ausreichend Deutsch für meine Mutter mit Demenz?

Das hängt vom Demenz-Stadium ab. Bei leichter Demenz reicht A2 fast immer — die Person reagiert mehr auf den Tonfall und das Vertrauen als auf einzelne Wörter. Bei fortgeschrittener Demenz lohnt sich B1, weil dann oft sehr konkrete, beruhigende Worte wichtig sind. Sprechen Sie das vorab mit dem Anbieter durch.

Was passiert, wenn meine Mutter nachts häufig aufsteht?

Bei nächtlicher Unruhe (mehr als 2 – 3 Aufwachphasen pro Nacht) wird die BK auf Dauer überlastet. Lösungen: Nachtwache (zusätzlicher Pflegedienst), kürzere Einsätze der BK (6 statt 8 Wochen), Tagespflege an einigen Tagen, medizinische Klärung der nächtlichen Unruhe (oft Reaktion auf Schmerzen, Inkontinenz, Medikamente).

Was ist mit Urlaub der Betreuungskraft?

Die BK arbeitet 6 – 10 Wochen am Stück, danach kommt die zweite BK. In dieser Zeit kann Verhinderungspflege der Pflegekasse die Kosten der zweiten BK teilweise abdecken — bis zu 3.539 € pro Jahr.

Wer ist haftpflichtversichert, wenn etwas passiert?

Eine seriöse Vermittlungsagentur stellt sicher, dass die polnische Entsendefirma Berufshaftpflicht und Unfallversicherung für die BK hat. Bei Schäden am Haus / der Person greift diese. Privathaftpflicht für die zu pflegende Person bleibt unverändert.

Kann meine Familie auch im Haus bleiben?

Ja — die meisten Familien leben weiterhin im selben Haushalt. Wichtig sind: eigenes Zimmer für die BK, klare Aufgabenverteilung, Respekt für ihre Ruhezeiten. Eine BK ist kein Familienmitglied, sondern eine Mitarbeiterin mit eigenem Privatleben.

Wie schnell kann eine BK starten?

Bei Omelia in der Regel innerhalb von 5 – 14 Tagen nach Anfrage. Bei akuten Übergängen (Krankenhausentlassung) auch innerhalb von 3 – 5 Tagen.

Kann eine BK auch nur tagsüber kommen?

Nein, das ist ein anderes Modell — „stundenweise Betreuung” durch Pflegedienst oder Tagespflege-Einrichtung. Die 24-h-Betreuung ist immer mit Anwesenheit rund um die Uhr.

Was passiert, wenn die BK krank wird?

Die Vermittlungsagentur organisiert kurzfristig Ersatz. In der Übergangszeit springen entweder Pflegedienst und Familie ein, oder eine Notfall-BK kommt schnell. Bei langem Ausfall kann Verhinderungspflege der Pflegekasse aktiviert werden.

Muss meine Mutter Polnisch sprechen?

Nein. Die BK spricht Deutsch (Stufe abhängig vom Vertrag). Ihre Mutter braucht keinerlei Polnisch-Kenntnisse.

Wie viele Stunden arbeitet die BK wirklich?

Aktive Arbeit maximal 8 Stunden pro Tag (mit Ausnahmen bis 10 h). Bereitschaftszeit: weitere 10 – 12 Stunden pro Tag (in eigenem Zimmer ansprechbar). Ruhezeit: 8 Stunden ungestörter Schlaf. Das ist gesetzlich geregelt nach BAG-Urteil 2021.

Kann ich die BK selbst auswählen?

Ja. Seriöse Anbieter zeigen Ihnen CV der BK vor Einsatz — mit Foto, Sprachstufe, Erfahrung, eventuell auch frühere Kunden-Referenzen. Sie können „Nein, diese nicht” sagen und eine andere bekommen.

Was kostet eine BK in Bayern vs. Brandenburg?

Die Brutto-Kosten sind in ganz Deutschland gleich — der Anbieter verlangt das Gleiche. Was variiert, ist die Heimkosten-Alternative: in Bayern 3.700 €+ pro Monat im Heim, in Brandenburg 2.700 €. Daher ist 24-h-Pflege in Bayern wirtschaftlich besonders attraktiv.

12. Was Sie vor der Erstberatung wissen sollten

Wenn Sie bei einem Anbieter — uns oder einem anderen — anfragen, helfen diese Antworten beim ersten Gespräch:

  1. Pflegegrad der Person (oder geplanter Antrag)
  2. Wohnsituation: Größe, Anzahl Bäder, Treppenhaus, eigenes Zimmer für BK
  3. Erkrankungen / Demenz-Status: was tut die Person noch selbst?
  4. Nächtliche Versorgung: schläft die Person durch oder wacht auf?
  5. Familien-Setting: wer wohnt mit, wer hilft regelmäßig?
  6. Pflegedienst: bereits einer? Welche Aufgaben übernimmt er?
  7. Sprachpräferenz: passt A2 oder brauchen Sie B1?

Das alles sind Fragen, die in 20 Minuten zu beantworten sind — und der Anbieter kann dann ein konkretes Angebot mit Preis und Profil vorschlagen.

Wo Sie weiterlesen

Wenn Sie sich in das Thema vertiefen möchten:

Tools für Ihre konkrete Situation:

Quellen

  • BAG-Urteil 5 AZR 505/20 (24.06.2021) — Mindestlohn auch für Bereitschaftszeiten in der 24-h-Betreuung (bundesarbeitsgericht.de)
  • DVKA — A1-Bescheinigung und Entsendung innerhalb der EU (dvka.de)
  • Mindestlohnkommission — aktuelle gesetzliche Mindestlohnsätze (mindestlohn-kommission.de)
  • Pflegekommission beim BMAS — Pflegemindestlohn (bmas.de)
  • BGW — Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (bgw-online.de)
  • Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) — Zoll (zoll.de)

Wenn Sie unsicher sind

Eine 24-h-Betreuung ist eine große Entscheidung — auch wenn sie hinterher oft als „das Beste, was wir gemacht haben” beschrieben wird. Wir bei Omelia führen jede Erstberatung selbst durch — kein Callcenter, keine Standard-Skripte. Sie sprechen mit jemandem, der die Praxis kennt.

Die Erstberatung ist kostenfrei und unverbindlich. Wenn am Ende des Gesprächs klar wird, dass eine 24-h-Pflege bei Ihnen nicht das Richtige ist — sei es wegen Wohnsituation, medizinischer Komplexität oder persönlicher Präferenz — sagen wir das ehrlich. Dann sind wir die falschen für Sie, aber es war gut, dass Sie gefragt haben.

Kostenlose Beratung anfragen →

Die meisten Familien, die bei uns anrufen, wissen am Ende des ersten Gesprächs deutlich mehr — und das hilft, egal welchen Weg Sie wählen.

Geschrieben von

Maria Hoffmann

Pflegefachberaterin · Examinierte Altenpflegerin

Examinierte Altenpflegerin mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten Pflege — Schwerpunkt Demenz, Mobilität und Alltag mit Pflegebedürftigen.

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