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Neurologische & Spezielle Pflege 10 Min. Lesezeit

Gürtelrose bei Senioren: erkennen, behandeln, impfen

Gürtelrose im Alter: erste Anzeichen, warum der Arzt in 72 Stunden zählt, Notfall Auge und Ohr, Ansteckung, Nervenschmerz und Impfung ab 60 auf Kasse.

Ihre Mutter klagt seit zwei Tagen über ein Brennen unter der rechten Brust. Sie fühlt sich schlapp, sonst sieht man nichts. Am dritten Morgen beim Waschen sind dort rote Flecken mit kleinen Bläschen, nur auf einer Seite. Das ist das typische Bild einer Gürtelrose (Herpes zoster).

In Deutschland erkranken laut IQWiG jedes Jahr mehr als 300.000 Menschen daran, meist ältere.

Auf einen Blick

  • Ursache: Das Windpockenvirus ruht lebenslang in Nervenknoten und kann im Alter oder bei geschwächter Abwehr wieder aktiv werden.
  • Erste Anzeichen: Müdigkeit, Brennen oder Kribbeln auf einer Körperseite. Nach 2 bis 3 Tagen folgt ein streifenförmiger Ausschlag mit Bläschen.
  • Arzt: Jede Gürtelrose gehört in ärztliche Behandlung. Antivirale Mittel möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags.
  • Sofort: Gürtelrose im Gesicht, am Auge oder am Ohr noch am selben Tag ärztlich abklären lassen.
  • Nervenschmerz: Schmerzen länger als drei Monate heißen Post-Zoster-Neuralgie. Sie trifft bis zu 30 Prozent der Erkrankten, vor allem Ältere.
  • Ansteckung: Nur der Bläscheninhalt ist ansteckend. Wer nie Windpocken hatte und nicht geimpft ist, kann sich anstecken und bekommt dann Windpocken, keine Gürtelrose.
  • Impfung: Totimpfstoff, zwei Dosen, für alle ab 60 und ab 18 bei erhöhtem Risiko. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt.

Was ist eine Gürtelrose?

Gürtelrose ist eine zweite Erkrankung durch das Windpockenvirus. Nach den Windpocken bleibt das Virus in den Nervenknoten an Rückenmark und Hirnnerven, und wenn die Abwehr nachlässt, wandert es am Nerv entlang in die Haut.

Auslöser sind laut gesund.bund.de das Altern des Immunsystems, bestimmte Erkrankungen oder Medikamente, etwa während einer Krebstherapie, außerdem Stress oder starke Sonne.

Fast alle heutigen Senioren tragen das Virus. Das RKI geht davon aus, dass nahezu alle, die vor 2004 in Deutschland aufgewachsen sind, Windpocken hatten. Das gilt auch, wenn sich Ihr Vater nicht daran erinnert.

Wie häufig? Meist erkranken Menschen über 50, und das Risiko steigt mit dem Alter. Die Angaben zum Lebenszeitrisiko schwanken: Das IQWiG schätzt etwa 2 von 10 Menschen, die Windpocken hatten. Das RKI rechnet damit, dass jeder Zweite, der 85 Jahre alt wird, einmal eine Gürtelrose bekommt. Die meisten erkranken nur einmal, eine zweite Gürtelrose ist aber möglich.

Erste Anzeichen: woran Sie Gürtelrose erkennen

Typisch ist ein brennender Schmerz auf einer Körperseite, dem nach 2 bis 3 Tagen ein streifenförmiger Ausschlag mit Bläschen folgt. Der Ausschlag überschreitet die Mitte des Körpers in der Regel nicht.

  • Vorboten: Ihr Vater ist müde und abgeschlagen, manchmal mit leichtem Fieber. Unter der Haut kribbelt oder brennt es, manche spüren Taubheit oder Juckreiz.
  • Schmerz: brennend oder stechend, mittelstark bis stark, an einer umschriebenen Stelle.
  • Ausschlag: erst leichte Rötung mit kleinen Knötchen, daraus werden innerhalb weniger Stunden juckende Bläschen. Er zieht sich wie ein Streifen über eine Körperhälfte.
  • Ort: meist Rumpf oder Brustkorb. Arme, Kopf und Gesicht sind ebenfalls möglich, manchmal auch Auge oder Ohr.

Schmerz ohne Ausschlag. Manchmal bleibt der Ausschlag ganz aus, dann gibt es nur den einseitigen Schmerz. Weil der Schmerz oft zuerst kommt, wird anfangs an anderes gedacht: an eine Gallenblasen- oder Blinddarmentzündung, einen Bandscheibenvorfall oder sogar einen Herzinfarkt. Den Ausschlag halten viele zunächst für ein Ekzem.

Bei Demenz kann Ihre Mutter den Schmerz oft nicht benennen. Aus der Pflegepraxis: Achten Sie darauf, ob sie eine Körperstelle immer wieder berührt, sich beim Waschen an einer Seite wehrt oder unruhiger ist als sonst. Schauen Sie dann die Haut an und sprechen Sie mit der Hausarztpraxis. Mehr zum Alltag mit Demenz im Leitfaden Demenzpflege zu Hause.

Nicht verwechseln mit Wundrose. Die Namen klingen ähnlich, die Krankheiten sind verschieden. Die Wundrose ist bakteriell, flächig gerötet, meist am Unterschenkel und nicht ansteckend. Die Gürtelrose ist viral, bildet Bläschen in einem einseitigen Streifen und ist für Menschen ohne Windpocken ansteckend. Siehe Wundrose erkennen.

Verlauf und Dauer

Ohne Komplikationen heilt eine Gürtelrose bei Erwachsenen in 2 bis 4 Wochen ab. Die Bläschenphase dauert bis zu fünf Tage, danach trocknen die Bläschen innerhalb von 2 bis 10 Tagen aus und bilden gelbliche Krusten.

Gürtelrose: Verlauf und wann zum Arzt. Vorboten: müde, abgeschlagen, manchmal leichtes Fieber, Schmerz, Brennen oder Kribbeln auf einer Körperseite, noch ohne Ausschlag. Nach 2 bis 3 Tagen: Rötung und Bläschen, streifenförmig auf einer Körperhälfte, meist am Rumpf, starker brennender oder stechender Schmerz. Danach: Krusten, die Bläschen trocknen innerhalb von 2 bis 10 Tagen aus, ansteckend bis alle verkrustet sind. 2 bis 4 Wochen: abgeheilt. Schmerzen länger als drei Monate: Post-Zoster-Neuralgie, Schmerztherapie ansprechen. Jede Gürtelrose zum Arzt: antivirale Behandlung möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags, am besten noch am selben Tag in die Praxis. Sofort bei Gesicht, Auge, Ohr: Bläschen im Gesicht oder am Auge noch am selben Tag ärztlich, auch augenärztlich, abklären. Ebenso bei Hörminderung, Schwindel, Lähmung im Gesicht oder starker Immunschwäche. Quellen: gesundheitsinformation.de (IQWiG), gesund.bund.de, RKI-Ratgeber.

Aufgekratzte Bläschen können sich bakteriell entzünden und Narben hinterlassen.

Behandlung: warum der Arzt in 72 Stunden zählt

Jede Gürtelrose gehört in ärztliche Behandlung, und zwar früh. Antivirale Medikamente sollten möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags starten, denn dann heilt der Ausschlag schneller und die Schmerzen dauern kürzer.

Das IQWiG empfiehlt diese Mittel vor allem für Menschen über 50, bei Gürtelrose im Kopf-Hals-Bereich, bei geschwächtem Immunsystem, Nierenschwäche, schweren Verläufen oder erhöhtem Risiko für Komplikationen. Bei schwerem Verlauf gibt es die Medikamente als Infusion, meist im Krankenhaus.

Was die frühe Behandlung nicht garantiert. Gesund.bund.de nennt als Ziel, chronischen Schmerzen vorzubeugen. Belegt ist aber vor allem die schnellere Heilung. Laut IQWiG konnte der Wirkstoff Aciclovir in Studien eine Post-Zoster-Neuralgie nicht verhindern, für andere Wirkstoffe ist das nicht ausreichend untersucht. Der sicherste Schutz vor dem Nervenschmerz ist die Impfung vor der Erkrankung.

Schmerzmittel gehören dazu. Ziel ist, Schmerzen möglichst ganz zu beseitigen, damit sie nicht chronisch werden. Je früher, desto besser. Welche Mittel und in welcher Dosis, entscheidet die Ärztin. Wer viele Medikamente nimmt, sollte jede neue Tablette mit der Praxis abgleichen, siehe Polymedikation im Alter. Eine Nierenschwäche sollte die Praxis kennen, siehe Pflege bei Niereninsuffizienz.

Hautpflege. Für die Bläschen gibt es kühlende, entzündungshemmende Gele oder Lösungen. Kühlende feuchte Umschläge werden manchmal empfohlen. Wie gut sie helfen, ist laut IQWiG nicht gut untersucht.

Wann es dringend wird: Gesicht, Auge, Ohr

Eine Gürtelrose im Gesicht, am Auge oder am Ohr ist ein Fall für den Arzt noch am selben Tag. Dort kann sie Hornhaut, Gehör und Gesichtsnerv angreifen.

  • Auge (Zoster ophthalmicus): Tritt die Gürtelrose im Gesicht auf, kann sie auf das Auge übergreifen und eine Hornhautentzündung verursachen. Lassen Sie sie noch am selben Tag ärztlich und augenärztlich untersuchen. Bei geschwächter Abwehr bekommt Ihr Vater die Medikamente dann oft als Infusion. Mehr zu Augenerkrankungen im Alter im Beitrag Sehverlust im Alter.
  • Ohr (Zoster oticus): Hörminderung, Schwindel und Lähmungen im Gesicht sind möglich. Diese Beschwerden gehen meist nach dem Abheilen zurück. Oft wird zusätzlich Kortison gegeben.
  • Starke Immunschwäche: Bei schwerer Abwehrschwäche, etwa durch Krebs, kann sich der Ausschlag über große Teile des Körpers ausbreiten. Dann kann die Gürtelrose lebensbedrohlich werden, und Lunge, Leber oder Hirnhäute können sich entzünden.

Abends oder am Wochenende hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, bei Lebensgefahr der Notruf 112.

Post-Zoster-Neuralgie: wenn der Schmerz bleibt

Halten die Nervenschmerzen länger als drei Monate an, spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie. Sie ist die häufigste Komplikation der Gürtelrose und trifft laut gesund.bund.de bis zu 30 Prozent der Erkrankten, vor allem Ältere.

Andere Quellen nennen etwas niedrigere Zahlen: das IQWiG 10 bis 20 von 100, das BIÖG 12 bis 20 Prozent. Das Risiko steigt mit dem Alter. Nach vier Wochen haben noch etwa 70 % der über 70-Jährigen mit Gürtelrose Nervenschmerzen. Bei Beteiligung des Auges ist der Nervenschmerz ebenfalls wahrscheinlicher.

Im Alltag zeigt sich das so: Die Haut ist überempfindlich und juckt. Waschen, Umdrehen im Bett oder eine Umarmung können wehtun. Die Schmerzen können Monate oder Jahre dauern, in seltenen Fällen bleiben sie.

Was hilft. Bei anhaltenden Nervenschmerzen setzen Ärzte oft Antiepileptika wie Pregabalin oder Gabapentin ein, bei Bedarf zusätzlich Antidepressiva. Pflaster mit Lidocain oder Capsaicin sind eine weitere Möglichkeit. Wenn das nicht reicht, ist eine Überweisung zur Schmerztherapie, Neurologie oder in eine Schmerzklinik sinnvoll.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Ja, aber nur über den Inhalt der Bläschen und nur für Menschen, die nie Windpocken hatten und nicht geimpft sind. Sie bekommen dann Windpocken, keine Gürtelrose.

Ansteckend ist die Gürtelrose vom Beginn des Ausschlags bis alle Bläschen verkrustet sind, laut RKI in der Regel 5 bis 7 Tage. In dieser Zeit gilt:

  • Bläschen abdecken. Ein lockerer Verband senkt die Ansteckungsgefahr deutlich. Die Wundversorgung übernehmen Arztpraxis oder Pflegedienst.
  • Kein enger Hautkontakt mit Menschen, die vielleicht nicht geschützt sind. Das betrifft vor allem Schwangere ohne Windpocken und Menschen mit geschwächter Abwehr. Enkel, die nie Windpocken hatten, sollten in dieser Zeit nicht kuscheln.

Erkrankt eine Schwangere selbst an Gürtelrose, besteht laut gesund.bund.de keine Gefahr, dass sich das ungeborene Kind ansteckt. Im Krankenhaus empfiehlt die KRINKO laut RKI ein Einzelzimmer bis zur vollständigen Verkrustung aller Bläschen. Mehr zur Hygiene: Grippe und Erkältung im Pflegehaushalt.

Gürtelrose-Impfung ab 60: wer, wann, Kosten

Die STIKO empfiehlt allen ab 60 Jahren die Impfung mit einem Totimpfstoff in zwei Dosen. Ab 18 Jahren gilt sie bei erhöhtem Risiko, und die gesetzliche Krankenkasse zahlt in beiden Fällen.

Gürtelrose-Impfung: wer, wann, Kosten. Wer: alle ab 60 Jahren als Standardimpfung. Ab 18 Jahren bei erhöhtem Risiko: Immunschwäche oder schwere chronische Grunderkrankung, etwa Diabetes, COPD oder Asthma, chronische Nierenschwäche, rheumatoide Arthritis. Diese Regel ersetzt die frühere Empfehlung ab 50. Impfstoff: Totimpfstoff, zwei Dosen, Abstand mindestens 2, höchstens 6 Monate, erst beide Dosen geben ausreichenden Schutz. Nach Gürtelrose: ebenfalls sinnvoll, Abstand 6 bis 12 Monate zur Erkrankung, die Impfung behandelt keine akute Gürtelrose. Schutz: 92 Prozent vor Gürtelrose, 82 Prozent vor Nervenschmerzen, Studien ab 50 Jahren, bei intaktem Immunsystem mindestens 10 Jahre. Kosten: gesetzliche Krankenkasse zahlt, ab 60 als Standardimpfung, ab 18 mit erhöhtem Risiko seit 13.02.2026 nach G-BA-Beschluss vom 18.12.2025. Quellen: STIKO/RKI, Epidemiologisches Bulletin 45/2025, infektionsschutz.de (BIÖG), G-BA.

Wer. Seit Dezember 2018 ist die Impfung Standard für alle ab 60. Im Epidemiologischen Bulletin 45/2025 hat die STIKO die Empfehlung erweitert: Ab 18 Jahren sollen sich Menschen mit Immunschwäche oder einer schweren chronischen Grunderkrankung impfen lassen. Genannt werden zum Beispiel rheumatoide Arthritis, COPD oder Asthma, chronische Nierenschwäche und Diabetes. Die frühere Regel „ab 50 bei Grunderkrankung“ gilt damit nicht mehr.

Wie. Zwei Dosen Totimpfstoff im Abstand von mindestens 2 und höchstens 6 Monaten. Erst beide Dosen geben ausreichenden Schutz.

Wie gut. In Studien mit Menschen ab 50 Jahren schützte die Impfung laut BIÖG zu 92 Prozent vor Gürtelrose und zu 82 Prozent vor der Post-Zoster-Neuralgie. Bei über 70-Jährigen liegt der Schutz noch bei etwa 90 Prozent. Bei intaktem Immunsystem hält er mindestens 10 Jahre.

Nebenwirkungen. Sehr häufig sind Rötung, Schwellung und Schmerz an der Einstichstelle. In den ersten drei Tagen können Kopfschmerzen, Müdigkeit, Fieber oder Muskelschmerzen auftreten. Sie klingen nach ein bis zwei Tagen ab.

Nach einer Gürtelrose. Die Impfung ist auch dann sinnvoll, weil die Krankheit wiederkommen kann. Warten Sie 6 bis 12 Monate nach der Erkrankung. Gegen eine akute Gürtelrose hilft sie nicht.

Kosten. Ab 60 zahlt die gesetzliche Krankenkasse. Für Menschen ab 18 mit erhöhtem Risiko ist die Impfung seit 13.02.2026 Kassenleistung, nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 18.12.2025. Alle Impfungen für Ältere im Überblick: Impfungen für Senioren 2026.

Gürtelrose zu Hause: was Angehörige tun können

Zu Hause geht es vor allem um drei Dinge: früh zum Arzt, Schmerzen ernst nehmen, Ansteckung vermeiden. Die Behandlung selbst gehört in ärztliche Hand.

  • Beim ersten Verdacht die Hausarztpraxis anrufen und „Verdacht auf Gürtelrose“ sagen. Fotos der Haut helfen bei der Beschreibung.
  • Lockere, weiche Kleidung, die nicht auf dem Ausschlag reibt.
  • Schmerzmittel nach Plan geben und notieren, wann der Schmerz stärker wird.
  • Täglich auf neue Bläschen im Gesicht, Veränderungen am Auge, Hörprobleme oder Schwindel achten.
  • Verbandwechsel und Wundversorgung dem ambulanten Pflegedienst oder der Praxis überlassen.

Lebt eine Betreuungskraft im Haushalt, ist sie eine wichtige Beobachterin. Sie sieht Ihre Mutter jeden Morgen beim Waschen, bemerkt neue Rötungen oder Schonhaltungen und meldet sie Ihnen. Sie ist keine Pflegefachkraft und übernimmt keine Wundversorgung. Siehe 24-Stunden-Betreuung: was sie bedeutet.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Gürtelrose bei älteren Menschen?

An einem brennenden Schmerz auf einer Körperseite, oft mit Müdigkeit vorweg. Nach 2 bis 3 Tagen folgt ein streifenförmiger Ausschlag mit Bläschen, der die Körpermitte nicht überschreitet. Manchmal gibt es nur den Schmerz.

Wie schnell muss man mit Gürtelrose zum Arzt?

Möglichst sofort. Antivirale Mittel sollten innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags starten. Bei Gesicht, Auge oder Ohr noch am selben Tag.

Ist Gürtelrose für Enkel oder Schwangere ansteckend?

Nur der Bläscheninhalt ist ansteckend, und nur für Menschen ohne Windpocken und ohne Impfung. Sie bekommen Windpocken. Bis alle Bläschen verkrustet sind, in der Regel 5 bis 7 Tage, die Bläschen abdecken und engen Hautkontakt meiden.

Kann man mehrmals Gürtelrose bekommen?

Ja. Die meisten erkranken nur einmal, eine erneute Gürtelrose ist aber möglich. Deshalb ist die Impfung laut BIÖG auch nach einer überstandenen Gürtelrose sinnvoll, mit 6 bis 12 Monaten Abstand.

Schützt die Windpocken-Impfung aus der Kindheit vor Gürtelrose?

Teilweise. Laut RKI erkranken gegen Windpocken geimpfte Kinder 3- bis 12-mal seltener an Gürtelrose. Sie ersetzt die Gürtelrose-Impfung nicht. Für heutige Senioren spielt das kaum eine Rolle, weil die Windpocken-Impfung erst seit 2004 empfohlen wird.

Zahlt die Krankenkasse die Gürtelrose-Impfung?

Ja. Ab 60 Jahren ist sie Standardimpfung und Kassenleistung. Ab 18 Jahren mit Immunschwäche oder schwerer chronischer Grunderkrankung zahlt die gesetzliche Krankenkasse seit 13.02.2026.

Was ist eine Post-Zoster-Neuralgie?

Nervenschmerzen, die nach der Gürtelrose länger als drei Monate anhalten. Sie trifft bis zu 30 Prozent der Erkrankten, vor allem Ältere. Die Impfung schützt zu 82 Prozent davor.

Was tun bei Gürtelrose am Auge?

Noch am selben Tag ärztlich und augenärztlich untersuchen lassen. Die Gürtelrose kann auf das Auge übergreifen und eine Hornhautentzündung auslösen.

Persönliche Beratung

Nach einer schweren Gürtelrose braucht Ihre Mutter vielleicht mehr Unterstützung im Alltag. Eine Betreuungskraft von Omelia hilft im Haushalt und achtet auf Veränderungen, die Pflege übernehmen Pflegedienst und Arztpraxis. Die Preise liegen je nach Deutschkenntnissen zwischen 2.699 € und 3.399 € je 30 Tage, zuzüglich Kost und Logis. Omelia ist kein nach § 45a SGB XI anerkanntes Angebot. Die Erstberatung ist kostenlos. Beratung anfragen

Wo Sie weiterlesen

Quellen

  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Windpocken (Varizellen), Gürtelrose (Herpes zoster) (rki.de)
  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 45/2025, STIKO-Beschluss zur Herpes-zoster-Indikationsimpfung ab 18 Jahren (rki.de)
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss zur Schutzimpfungs-Richtlinie vom 18.12.2025 (g-ba.de)
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Gürtelrose-Impfung bei Erwachsenen (infektionsschutz.de)
  • Bundesgesundheitsministerium: Gürtelrose (Herpes zoster) (gesund.bund.de)
  • IQWiG: Gürtelrose (gesundheitsinformation.de)
  • IQWiG: Anhaltende Schmerzen nach einer Gürtelrose (gesundheitsinformation.de)
  • IQWiG: Wundrose und Phlegmone (gesundheitsinformation.de)
  • Omelia-Preisliste 2026

Stand: Oktober 2026.

Geschrieben von

Maria Hoffmann

Pflegefachberaterin · Examinierte Altenpflegerin

Examinierte Altenpflegerin mit 15 Jahren Erfahrung in der ambulanten Pflege. Schwerpunkt: Demenz, Mobilität und Alltag mit Pflegebedürftigen.

  • Demenz-Pflege und Verhalten bei kognitiven Einschränkungen
  • Mobilität, Transfer und Sturz-Prävention
  • Pflege nach Schlaganfall und in der Reha-Phase
  • Alltag und Kommunikation mit pflegebedürftigen Angehörigen
  • Zusammenarbeit zwischen Familie und Betreuungskraft
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