„Mir ist so schwindelig.“ Diesen Satz hören Angehörige oft, am Telefon, beim Aufstehen vom Sofa oder morgens im Bad. Viele Familien halten das für eine normale Alterserscheinung. Schwindel ist aber ein Symptom, keine Krankheit, und er gehört ärztlich abgeklärt.
Häufig findet sich eine erkennbare und behandelbare Ursache. Nicht immer: Nach der aktuellen Hausarzt-Leitlinie der DEGAM lassen sich nicht alle Ursachen feststellen, und nicht für jede Schwindelart gibt es eine spezifische Therapie. Dieser Beitrag zeigt, welche Ursachen im Alter häufig sind, welche Warnzeichen einen Notruf verlangen und was Sie im Alltag gegen Stürze tun können.
Auf einen Blick
- Schwindel ist ein Symptom, keine Krankheit. Er zählt zu den 20 häufigsten Gründen für einen Hausarztbesuch.
- Im Alter häufiger: In einer Befragung lag die Häufigkeit zwischen 17 % bei Jüngeren und bis zu 39 % bei über 80-Jährigen.
- Häufige Ursachen beim Hausarzt: funktioneller Schwindel, gutartiger Lagerungsschwindel, Störungen der Sinne, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Nebenwirkungen von Medikamenten.
- Warnzeichen: Schwindel mit Lähmung, Sprach-, Seh- oder Schluckstörung, Doppelbildern, starken Kopf- oder Nackenschmerzen, Ohnmacht, Brustschmerz oder Luftnot. Dann sofort 112.
- Schwindel kann das einzige Zeichen eines Schlaganfalls sein, vor allem wenn er plötzlich beginnt und anhält.
- Medikamente nie eigenmächtig ändern. Die Hausarztpraxis prüft den Medikationsplan.
- Training wirkt: Gleichgewichts- und Kraftübungen senkten Stürze in Studien um 23 %.
Ist Schwindel im Alter normal?
Nein. Schwindel ist im Alter häufig, aber er ist ein Warnsignal und keine Diagnose. Die erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis.
In einer Befragung von über 30.000 Menschen stieg die Häufigkeit von Schwindel mit dem Alter: von 17 % bei Jüngeren auf bis zu 39 % bei den über 80-Jährigen.
Ernst nehmen sollten Sie ihn aus zwei Gründen. Menschen mit Schwindel haben laut DEGAM-Leitlinie eine 1,7-fach höhere Sterblichkeit als Menschen ohne, auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren. Und mit der Stärke des Schwindels und dem Alter steigt das Risiko zu stürzen. Schwindel ist dabei einer von mehreren Risikofaktoren, neben schwachen Beinmuskeln, schlechtem Sehen, Inkontinenz oder Flüssigkeitsmangel. Wie Sie das Sturzrisiko insgesamt senken, steht in der Checkliste zur Sturzprävention.
Welche Arten von Schwindel gibt es?
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden vor allem nach dem Gefühl, der Dauer und dem Auslöser. Beim Drehschwindel dreht sich alles „wie beim Karussellfahren“. Beim Schwankschwindel fühlt es sich an „wie beim Bootfahren“. Dazu kommt die Benommenheit, oft mit Schwarzwerden vor Augen.
Die DEGAM nennt vier Fragen, die zur Ursache führen: Wie verläuft der Schwindel zeitlich? Wie fühlt er sich an? Was löst ihn aus? Welche Beschwerden kommen dazu?

Die häufigsten Ursachen von Schwindel im Alter
In der Hausarztpraxis sind laut DEGAM diese Diagnosen am häufigsten: funktioneller Schwindel, gutartiger Lagerungsschwindel, Schwindel durch Störungen der Sinne (Gleichgewichtsorgan, Gefühl in den Füßen, Sehen), Blutdruckabfall beim Aufstehen und unerwünschte Wirkungen von Medikamenten. Bei über 65-Jährigen standen in einer Hausarztstudie Herz-Kreislauf-Ursachen mit 57 % an erster Stelle, gefolgt von Ursachen im Gleichgewichtsorgan (14 %) und psychischen Ursachen (10 %).
Gutartiger Lagerungsschwindel
Typisch sind kurze, heftige Drehschwindel-Attacken von einigen Sekunden bis höchstens fünf Minuten. Sie kommen bei Lageänderungen des Kopfes gegenüber der Schwerkraft: beim Hinlegen, Umdrehen im Bett, Aufrichten, Bücken oder wenn man den Kopf in den Nacken legt. Eine Kopfdrehung im Stehen löst ihn laut DEGAM dagegen nicht aus.
Ursache sind winzige Steinchen, die sich meist im hinteren Bogengang des Gleichgewichtsorgans angesammelt haben. Etwa 2 von 100 Menschen bekommen irgendwann einen Lagerungsschwindel, Frauen ungefähr doppelt so oft wie Männer. Höheres Alter, frühere Stürze und wenig Bewegung gelten als Risikofaktoren. Der Lagerungsschwindel ist unangenehm, aber harmlos. Gefährlich ist der Sturz, den er auslösen kann.
Schwindel beim Aufstehen: Blutdruck und Kreislauf
Wird Ihrem Vater beim Aufstehen schwarz vor Augen, steckt oft eine orthostatische Hypotonie dahinter: Der Blutdruck fällt beim Aufrichten plötzlich ab. Die Beschwerden können bis zu 30 Minuten nach dem Aufstehen auftreten, bis hin zur Ohnmacht. Meist betrifft das Menschen über 65 Jahre.
Häufige Auslöser sind Medikamente, etwa gegen Bluthochdruck oder Depressionen, und langjährige Erkrankungen wie Parkinson, Demenz oder Diabetes. Alkohol und Flüssigkeitsmangel, etwa durch Durchfall oder bei Hitze, senken den Blutdruck ebenfalls. Bei älteren Menschen fällt der Blutdruck außerdem häufiger 15 bis 90 Minuten nach dem Essen ab.
Herz
Herzstolpern, Herzrasen, ein langsames „Holpern“ des Herzens oder Schwarzwerden vor Augen können auf eine Ursache am Herzen hindeuten. Tritt der Schwindel vor allem bei Anstrengung auf, etwa auf der Treppe, kann eine verengte Herzklappe (Aortenklappenstenose) dahinterstecken. Beides gehört zeitnah ärztlich abgeklärt. Mehr dazu im Beitrag zur Herzinsuffizienz.
Medikamente
Bei Schwindel soll laut DEGAM immer nach allen Medikamenten gefragt und auf Nebenwirkungen und Wechselwirkungen geprüft werden. Infrage kommen unter anderem Entwässerungsmittel, Blutdrucksenker, Beruhigungs- und Schlafmittel (Benzodiazepine, Z-Substanzen), Antidepressiva, starke Schmerzmittel (Opioide), Parkinsonmittel, Blasenmittel und bestimmte Antibiotika. Blutdrucksenker können Schwindel auslösen, vor allem wenn der obere Wert unter 110 mmHg liegt.
Für Menschen ab 65 gibt es die PRISCUS-Liste 2.0 mit Wirkstoffen, die im Alter möglichst vermieden werden sollten, darunter langwirksame Benzodiazepine. Sie ist kein Verbot. Wer gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwendet, hat Anspruch auf einen Medikationsplan (§ 31a SGB V). Ändern Sie Medikamente nie eigenmächtig, auch nicht bei Verdacht. Die Hausarztpraxis entscheidet über Dosis, Wechsel oder Absetzen. Mehr im Beitrag zur Polymedikation.
Füße, Augen und Innenohr
Eine Polyneuropathie mit tauben, brennenden Füßen macht unsicher beim Gehen, besonders im Dunkeln und auf unebenem Boden. Betroffene beschreiben das Gefühl „wie auf Watte laufen“. Auch eine Katarakt, eine Erkrankung der Netzhaut oder eine neue, schlecht angepasste Gleitsichtbrille können Schwindel auslösen (siehe Sehverlust im Alter).
Im Innenohr verursacht der Morbus Menière Drehschwindel für Stunden bis zu einem Tag, mit Ohrgeräusch und einseitiger Hörminderung. Eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs zeigt sich als plötzlich einsetzender Drehschwindel über Tage mit Übelkeit und Fallneigung. Ein Schlaganfall in Hirnstamm oder Kleinhirn kann genauso beginnen. Bei plötzlichem, anhaltendem Schwindel gilt deshalb immer 112, die Unterscheidung trifft die Klinik.
Funktioneller Schwindel
Der funktionelle Schwindel (früher „psychogener“ Schwindel) ist beim Hausarzt eine der häufigsten Diagnosen. Er wird durch Ängstlichkeit und Empfindlichkeit für Bewegungen, bewegte Bilder oder Menschenmengen ausgelöst. Er ist echt und behandelbar: mit Verhaltenstherapie, bei der man sich den Situationen schrittweise wieder aussetzt, und bei Bedarf mit Medikamenten.
Unterzucker
Bei Diabetes kann eine Unterzuckerung Benommenheit und Schwankschwindel auslösen, oft mit Schwitzen, Unruhe und Heißhunger. Tritt das wiederholt auf, gehört es in die Hausarztpraxis.
Wann ist Schwindel ein Notfall?
Rufen Sie sofort 112, wenn Schwindel zusammen mit einem dieser Zeichen auftritt: Lähmung oder Taubheit, hängender Mundwinkel, Sprach- oder Schluckstörung, Sehstörung oder Doppelbilder, hängendes Augenlid, starke Kopf- oder Nackenschmerzen, Koordinationsstörung oder Unfähigkeit zu stehen und zu gehen, Bewusstseinsstörung oder Ohnmacht, Brustschmerz oder Luftnot, ein Sturz mit Kopfverletzung.
Wichtig für Angehörige: Schwindel kann laut DEGAM das einzige Symptom eines Schlaganfalls sein. Plötzlich einsetzender, anhaltender Dreh- oder Schwankschwindel ist deshalb ein Notfall, auch wenn sonst nichts auffällt. Verschwinden Warnzeichen wie Lähmung, Sprach- oder Sehstörung nach Minuten wieder, kann das eine transitorische ischämische Attacke (TIA) gewesen sein. Auch dann gilt 112, denn eine TIA ist häufig der Vorbote eines Schlaganfalls.
Prüfen Sie mit dem FAST-Test: Lächeln lassen (hängt ein Mundwinkel?), beide Arme nach vorn strecken lassen (sinkt einer ab?), einen einfachen Satz nachsprechen lassen (klingt die Sprache verwaschen?). Fällt einer dieser Punkte auf, sofort 112 wählen. Ein unauffälliger FAST-Test schließt einen Schlaganfall bei Schwindel aber nicht aus. Sagen Sie „Verdacht auf Schlaganfall“, beschreiben Sie die Zeichen und nennen Sie, seit wann sie bestehen. Bis Hilfe kommt: nicht allein lassen, nichts zu essen, zu trinken oder an Medikamenten geben. Mehr im Beitrag Schlaganfall vorbeugen.
Ist es nicht lebensbedrohlich, aber dringend, etwa bei Herzstolpern, wiederholtem Schwarzwerden vor Augen oder neuem Schwindel nach einem neuen Medikament, rufen Sie noch am selben Tag die Hausarztpraxis an oder außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Schwindel: wann zum Arzt und zu welchem?
Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Bei Verdacht auf eine Ursache im Gehirn, auf Morbus Menière oder bei Herzproblemen überweist sie zur Neurologie, HNO-Heilkunde oder Kardiologie.
Bei Schwindel beim Aufstehen misst die Praxis Blutdruck und Puls im Liegen und nach dem Aufstehen (Schellong-Test). Ein Abfall des oberen Werts um mehr als 20 mmHg oder des unteren um mehr als 10 mmHg gilt als auffällig, ebenso ein Abfall des oberen Werts auf unter 90 mmHg. Bei Verdacht auf Lagerungsschwindel wird der Kopf mit ärztlicher Hilfe rasch in bestimmte Positionen gebracht (Hallpike-Test).
So bereiten Sie den Termin vor:
- Medikamentenliste mitnehmen, auch frei verkäufliche Mittel. Nehmen Sie die Medikamente bis zum Termin wie gewohnt weiter.
- Schwindeltagebuch führen: wann, wie lange, wie es sich anfühlt, wobei es auftritt, was dazukommt. Das Deutsche Schwindel- und Gleichgewichtszentrum stellt dafür eine kostenlose Vorlage bereit.
- Stürze notieren, auch die ohne Verletzung. Ab 70 Jahren sollte die Praxis laut DVO-Leitlinie jährlich nach Stürzen fragen.
Lagerungsschwindel behandeln: was die Manöver leisten
Gegen den Lagerungsschwindel helfen Befreiungsmanöver, etwa nach Epley oder Semont. Dabei werden Kopf und Körper in einer festen Abfolge bewegt, sodass die Steinchen aus dem Bogengang wandern. Beide Manöver wirken gleich gut.
In Studien waren nach bis zu vier Wochen 52 von 100 Behandelten beschwerdefrei, ohne Behandlung 20 von 100. Die DEGAM nennt primäre Erfolgsraten von über 90 %. Die Zahlen schwanken je nach Studie und Zeitpunkt, und bei älteren Menschen ist der Erfolg oft geringer.
Im Alter ist es schwieriger. Die Manöver lassen sich bei eingeschränkter Beweglichkeit schlechter durchführen, müssen öfter wiederholt werden, und ältere Menschen behalten häufiger Restbeschwerden. Rückfälle sind häufig: Im ersten Jahr lag die Rückfallrate in einer Studie bei 34 %. Für manche Menschen sind die Manöver nicht geeignet, etwa bei eingeschränkt beweglicher Halswirbelsäule.
Zu Hause üben Sie erst nach ärztlicher Diagnose. Welches Ohr und welcher Bogengang betroffen sind, muss feststehen. Die DEGAM empfiehlt dann eine schriftliche oder digitale Anleitung für Übungen daheim, neunmal täglich für drei Tage, und bei Bedarf eine Kontrolle nach etwa 14 Tagen. Bleiben Sie neben Ihrer Mutter, damit sie nicht fällt.
Mittel gegen Schwindel (Antivertiginosa) sind beim Lagerungsschwindel laut IQWiG nur in Ausnahmen nötig. Sedierende Mittel sollen laut DEGAM in der Regel nicht länger als drei Tage gegeben werden, weil sie die Erholung des Gleichgewichtssystems verlangsamen.
Stürze vermeiden: was im Alltag hilft
Am meisten bringen Bewegung, eine sichere Wohnung und langsames Aufstehen. Schonung ist der falsche Weg: Wer aus Angst weniger läuft, stürzt eher häufiger.
Langsam aufstehen. Erst aufsetzen, die Wadenmuskeln ein paar Mal anspannen und lockern, dann aufstehen und kurz stehen bleiben. Wird Ihrem Vater schwindelig, setzt er sich sofort wieder hin. Das lindert die Beschwerden rasch und beugt einer Ohnmacht vor. Stützstrümpfe können helfen.
Ausreichend trinken. Empfohlen sind mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag, gleichmäßig verteilt. Bei Herz- oder Nierenschwäche legt die Hausarztpraxis die Trinkmenge fest.
Training. Gleichgewichts- und Kraftübungen, Tai-Chi, Tanz und Walking senkten in einer Cochrane-Auswertung Stürze um 23 %. Bei anhaltendem Schwindel durch Störungen des Gleichgewichtsorgans empfiehlt die DEGAM eine vestibuläre Rehabilitation, also spezialisierte Physiotherapie mit Übungen für zu Hause.
Wohnung und Hilfsmittel. Gutes Licht mit Bewegungsmelder für den Weg zur Toilette, freie Laufwege, Haltegriffe im Bad, Handläufe an der Treppe. Schuhe sollten hinten geschlossen sein und eine flache, rutschfeste Sohle haben. Eine Gleitsichtbrille kann beim Treppabgehen das Bild unscharf machen und verzerren. Brille und Hörgerät sollten, wenn nötig, auch getragen werden. Für Umbauten wie Haltegriffe kann die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 auf Antrag einen Zuschuss von bis zu 4.180 € je Maßnahme zahlen (Wohnumfeldverbesserung). Einen Rollator verordnet die Ärztin oder der Arzt (Hilfsmittel beantragen).
Bettgitter oder Fixierungen lehnt der Expertenstandard Sturzprophylaxe ab. Weitere Tipps im Beitrag Osteoporose und Sturzprävention.
Was Angehörige und Betreuungskräfte tun können
Angehörige und Betreuungskräfte stellen keine Diagnose. Sie beobachten, begleiten und geben ihre Beobachtungen an die Hausarztpraxis weiter.
Eine Betreuungskraft, die im Haushalt lebt, kann beim Aufstehen und auf dem Weg ins Bad danebenstehen, ans Trinken erinnern, das Schwindeltagebuch führen und zum Arzttermin begleiten. Sie ist keine Pflegefachkraft und keine Nachtwache, verändert keine Medikamente und ruft bei Warnzeichen den Notruf 112. Bei Omelia kostet eine Betreuungskraft je nach Deutschkenntnissen 2.699 € bis 3.399 € für 30 Tage, zuzüglich Kost und Logis. Omelia ist kein nach § 45a SGB XI anerkanntes Angebot. Mehr zur 24-Stunden-Betreuung.
Autofahren. Ob jemand mit Schwindel fahren darf, ist laut DEGAM im Einzelfall ärztlich zu klären, meist mit einer speziellen Untersuchung. Wer sich wegen körperlicher Beeinträchtigungen nicht sicher im Verkehr bewegen kann, darf nur daran teilnehmen, wenn Vorsorge getroffen ist, dass er andere nicht gefährdet (§ 2 Abs. 1 FeV). Auch verordnete Medikamente können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.
Häufige Fragen
Hat Schwindel im Alter immer eine Ursache, die man findet?
Nein. Oft findet sich eine behandelbare Ursache, etwa ein Lagerungsschwindel. Laut DEGAM lassen sich aber nicht alle Ursachen feststellen, und nicht für jede Schwindelart gibt es eine spezifische Therapie.
Warum wird mir beim Aufstehen schwindelig?
Häufig fällt der Blutdruck beim Aufrichten ab (orthostatische Hypotonie). Dreht sich beim Aufsetzen im Bett kurz alles, spricht das eher für einen Lagerungsschwindel. Auslöser sind häufig Medikamente, Flüssigkeitsmangel, Alkohol oder Erkrankungen wie Parkinson, Demenz und Diabetes. Die Hausarztpraxis klärt das mit dem Schellong-Test.
Kann ich Lagerungsschwindel mit Übungen zu Hause behandeln?
Ja, aber erst nach ärztlicher Diagnose, weil feststehen muss, welches Ohr betroffen ist. Im Alter muss das Manöver oft wiederholt werden, und Rückfälle sind häufig.
Ist lageabhängiger Schwindel harmlos?
Kurze Drehschwindel-Attacken von Sekunden bis wenigen Minuten bei Lagewechsel sprechen für den harmlosen Lagerungsschwindel. Plötzlicher, anhaltender Schwindel ist dagegen nie automatisch harmlos, auch ohne weitere Zeichen. Er kann das einzige Symptom eines Schlaganfalls sein. Dann 112.
Sollte man bei Schwindel weniger Blutdruckmittel nehmen?
Nicht eigenmächtig. Verursachen Blutdrucksenker Schwindel, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis, teilt sie auf oder wechselt das Präparat.
Wie lange darf man Tabletten gegen Schwindel nehmen?
Sedierende Mittel gegen Schwindel sollen laut DEGAM in der Regel nicht länger als drei Tage gegeben werden. Beim Lagerungsschwindel sind sie nur in Ausnahmen nötig.
Kann Angst Schwindel verursachen?
Ja. Der funktionelle Schwindel gehört zu den häufigsten Diagnosen beim Hausarzt. Er ist behandelbar, vor allem mit Verhaltenstherapie.
Hilft Bewegung oder sollte man sich schonen?
Bewegung hilft. Gleichgewichts- und Kraftübungen senkten Stürze in Studien um 23 %, Schonung erhöht das Sturzrisiko.
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Quellen
- DEGAM: S2k-Leitlinie „Schwindel in der Hausarztpraxis“, AWMF 053-018, 2025, Langfassung (degam.de) und Kurzversion (degam.de)
- IQWiG: Gutartiger Lagerungsschwindel (gesundheitsinformation.de); Helfen Lagerungsmanöver? (gesundheitsinformation.de); Was tun bei Lagerungsschwindel? (gesundheitsinformation.de)
- gesund.bund.de: Orthostatische Hypotonie (gesund.bund.de); Stürze älterer Menschen (gesund.bund.de); TIA (gesund.bund.de); Hitze und Pflegebedürftigkeit (gesund.bund.de)
- Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum, LMU Klinikum: Was ist Schwindel? (lmu-klinikum.de); Schwindeltagebuch (lmu-klinikum.de); Häufigste Diagnosen (lmu-klinikum.de)
- PRISCUS-Liste 2.0 (priscus2-0.de)
- Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: FAST-Test (schlaganfall-hilfe.de)
- ZQP: Stürze bei Pflegebedürftigen (pflege-praevention.de)
- DVO-Leitlinie Osteoporose, Kapitel 6 (dv-osteologie.org)
- DNQP: Expertenstandard Sturzprophylaxe, 2. Aktualisierung 2022 (dnqp.de)
- Älter werden in Balance (aelter-werden-in-balance.de)
- SGB V § 31a (gesetze-im-internet.de); SGB XI § 40 (gesetze-im-internet.de); FeV § 2 (gesetze-im-internet.de)
- Omelia-Preisliste 2026
Stand: Oktober 2026.