Mit dem Alter lässt die Abwehrkraft nach — Infektionen, die einen jungen Menschen ein paar Tage flachlegen, können für Senioren lebensbedrohlich werden. Eine Lungenentzündung nach der Grippe, eine schmerzhafte Gürtelrose, ein schwerer RSV-Infekt: Vieles davon lässt sich durch Impfungen verhindern. Und weil der Herbst naht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Impfschutz zu prüfen.
Dieser Leitfaden fasst zusammen, welche Impfungen die STIKO für Senioren empfiehlt, warum sie so wichtig sind, wann der beste Zeitpunkt ist — und wer sie bezahlt.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Das Immunsystem wird im Alter schwächer — Infektionen verlaufen schwerer
- Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt für Senioren mehrere Standardimpfungen
- Grippe (Influenza): jährlich, am besten im Herbst (Oktober/November)
- Pneumokokken: Schutz vor Lungenentzündung, ab 60 empfohlen
- Gürtelrose (Herpes zoster): ab 60 mit Totimpfstoff (zwei Dosen)
- RSV: für Ältere empfohlen (insbesondere ab 75 sowie bei Risiko)
- Tetanus/Diphtherie alle 10 Jahre auffrischen, einmalig mit Keuchhusten
- Von der STIKO empfohlene Impfungen zahlt die Krankenkasse
- Jetzt ist der richtige Zeitpunkt — vor der Erkältungssaison
„Impfen ist im Alter kein Nebenthema, sondern aktive Lebensverlängerung. Ich habe zu viele Menschen erlebt, die eine Grippe oder Lungenentzündung nicht mehr verkraftet haben. Ein Termin beim Hausarzt im Herbst kann genau das verhindern.”
1. Warum Impfungen im Alter so wichtig sind
Mit den Jahren verändert sich das Immunsystem — Fachleute sprechen von der Immunseneszenz. Die Abwehr reagiert langsamer und schwächer. Die Folgen:
- Infektionen verlaufen schwerer und dauern länger
- Komplikationen wie Lungenentzündung sind häufiger
- Ein Infekt kann eine bestehende Erkrankung (Herz, Lunge, Diabetes) entgleisen lassen
- Nach schweren Infekten bleiben viele Ältere dauerhaft geschwächt
Impfungen sind deshalb eine der wirksamsten Vorsorgemaßnahmen überhaupt — und schützen zugleich das Umfeld.
2. Die wichtigsten Impfungen für Senioren
Grippe (Influenza) — jährlich
Die Grippeimpfung wird jedes Jahr empfohlen, weil sich die Viren ständig verändern. Für Ältere gibt es speziell wirksamere Impfstoffe. Bester Zeitpunkt: Oktober bis November, damit der Schutz zur Grippewelle steht.
Pneumokokken — Schutz vor Lungenentzündung
Pneumokokken sind eine häufige Ursache schwerer Lungenentzündungen. Die Impfung wird für Menschen ab 60 empfohlen. Wie sich Atemwegsinfekte sonst noch vermeiden lassen, zeigt der Beitrag Atemwegsinfekte bei Senioren.
Gürtelrose (Herpes zoster) — ab 60
Die Gürtelrose ist eine schmerzhafte Reaktivierung des Windpocken-Virus, die langanhaltende Nervenschmerzen hinterlassen kann. Empfohlen wird der Totimpfstoff ab 60 Jahren in zwei Dosen.
RSV — für Ältere empfohlen
Das RS-Virus verursacht nicht nur bei Kleinkindern, sondern auch bei Älteren schwere Atemwegsinfekte. Die STIKO empfiehlt die RSV-Impfung für Seniorinnen und Senioren — insbesondere ab 75 Jahren sowie bei bestimmten Risikofaktoren früher.
Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten
Der Schutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie sollte alle 10 Jahre aufgefrischt werden — einmalig zusammen mit Keuchhusten (Pertussis).
COVID-19
Für Ältere und Menschen mit Grunderkrankungen wird eine Auffrischung nach den jeweils aktuellen Empfehlungen geraten. Klären Sie den passenden Zeitpunkt mit dem Hausarzt.
3. Wann ist der beste Zeitpunkt?
- Grippe und COVID-19: im Herbst (Oktober/November) — sie lassen sich oft in einem Termin kombinieren
- Pneumokokken, Gürtelrose, RSV, Tetanus: ganzjährig möglich
- Nutzen Sie den Herbst-Termin, um den gesamten Impfstatus prüfen zu lassen
4. Wer zahlt — und wo wird geimpft?
- Von der STIKO empfohlene Impfungen sind für gesetzlich Versicherte Kassenleistung — es entstehen in der Regel keine Kosten
- Geimpft wird beim Hausarzt, teils auch beim Facharzt oder in Apotheken (je nach Impfung und Region)
- Bei Pflegebedürftigen kann die Impfung auch im Rahmen eines Hausbesuchs erfolgen
5. Impfen bei Pflegebedürftigkeit und Demenz
Gerade pflegebedürftige und immobile Menschen profitieren besonders vom Impfschutz — und ihr Umfeld sollte ebenfalls geschützt sein:
- Angehörige und Betreuungskräfte sollten ihren eigenen Impfschutz (besonders Grippe) aktuell halten, um niemanden anzustecken
- Bei Demenz den Termin ruhig und vorbereitet gestalten
- Den Impfstatus im Rahmen der laufenden ärztlichen Betreuung regelmäßig prüfen lassen
- Ein Impfpass hilft, den Überblick zu behalten
Eine 24-Stunden-Betreuung kann Arzttermine organisieren und den Impfschutz im Blick behalten.
6. Fazit
Impfungen gehören zu den wirksamsten und am meisten unterschätzten Vorsorgemaßnahmen im Alter. Weil das Immunsystem schwächer wird, verlaufen Infektionen bei Senioren oft schwer und können bestehende Erkrankungen entgleisen lassen. Die STIKO empfiehlt einen klaren Fahrplan: Grippe jährlich im Herbst, dazu Pneumokokken, Gürtelrose und RSV sowie die Auffrischung von Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre. All das zahlt die Krankenkasse, wenn es von der STIKO empfohlen ist. Nutzen Sie den Herbst-Termin beim Hausarzt, um den gesamten Impfstatus prüfen zu lassen — und denken Sie an das Umfeld: Auch Angehörige und Betreuungskräfte sollten ihren Impfschutz aktuell halten. Ein einziger Termin kann einem älteren Menschen einen schweren Winter — oder Schlimmeres — ersparen.
7. Häufige Bedenken — und was dahintersteckt
Rund ums Impfen kursieren viele Sorgen, gerade bei Älteren. Ein sachlicher Blick hilft:
- „Ich hatte doch schon einmal die Grippe-Impfung.” — Die Grippeimpfung muss jährlich erfolgen, weil sich die Viren verändern und der Schutz nachlässt.
- „Von der Impfung wird man erst krank.” — Impfreaktionen wie Müdigkeit oder ein leichter Arm sind Zeichen, dass das Immunsystem arbeitet — sie sind harmlos und kurz. Eine „echte” Grippe kann die Impfung nicht auslösen.
- „In meinem Alter lohnt sich das nicht mehr.” — Das Gegenteil ist richtig: Gerade Ältere profitieren am meisten, weil ihre Infektionen schwerer verlaufen.
- „Zu viele Impfungen auf einmal.” — Mehrere Impfungen lassen sich in der Regel gut kombinieren. Der Arzt plant die Reihenfolge sinnvoll.
Bei bestehenden Erkrankungen, Allergien oder einer laufenden Krebstherapie bespricht der Arzt den passenden Zeitpunkt und Impfstoff individuell — geimpft wird dann meist trotzdem, oft sogar besonders dringlich.
8. Häufige Fragen
Welche Impfungen brauchen Senioren?
Die STIKO empfiehlt ab 60 vor allem die jährliche Grippeimpfung, Pneumokokken, Gürtelrose (Totimpfstoff, zwei Dosen) und RSV sowie die Auffrischung von Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre. Für COVID-19 gelten gesonderte Empfehlungen.
Muss die Grippeimpfung jedes Jahr wiederholt werden?
Ja. Die Grippeviren verändern sich ständig, und der Impfstoff wird jährlich angepasst. Deshalb ist eine jährliche Impfung im Herbst nötig.
Ab welchem Alter ist die Gürtelrose-Impfung sinnvoll?
Die STIKO empfiehlt den Totimpfstoff gegen Gürtelrose ab 60 Jahren — in zwei Dosen. Bei bestimmten Grunderkrankungen kann sie schon früher sinnvoll sein.
Wer sollte sich gegen RSV impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt die RSV-Impfung für ältere Menschen, insbesondere ab 75 Jahren sowie bei bestimmten Risikofaktoren bereits früher. Sprechen Sie mit dem Hausarzt.
Was kosten die Impfungen?
Von der STIKO empfohlene Impfungen sind für gesetzlich Versicherte Kassenleistung — in der Regel entstehen keine Kosten.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Impfen?
Grippe und COVID-19 im Herbst (Oktober/November). Pneumokokken, Gürtelrose, RSV und Tetanus sind ganzjährig möglich. Nutzen Sie den Herbst-Termin für einen kompletten Impf-Check.
Sollten sich auch Angehörige und Betreuungskräfte impfen lassen?
Ja. Ein aktueller Impfschutz im Umfeld — besonders gegen Grippe — schützt die pflegebedürftige Person vor Ansteckung.
Kann man mehrere Impfungen an einem Termin bekommen?
In der Regel ja. Mehrere Impfungen lassen sich meist gut kombinieren — der Arzt plant die passende Reihenfolge. So spart man Wege und nutzt den Herbst-Termin optimal.
Macht die Impfung krank?
Nein. Leichte Reaktionen wie Müdigkeit oder ein empfindlicher Arm zeigen nur, dass das Immunsystem arbeitet. Eine echte Grippe kann die Grippeimpfung nicht auslösen.
Ist Impfen bei einer Krebstherapie möglich?
Häufig ja, teils sogar besonders wichtig — der Zeitpunkt und der Impfstoff werden aber individuell mit dem behandelnden Arzt abgestimmt.
Wo werden Impfungen durchgeführt?
Beim Hausarzt, teils beim Facharzt und — je nach Impfung und Region — auch in Apotheken. Bei Pflegebedürftigen ist eine Impfung im Rahmen eines Hausbesuchs möglich.
Wo finde ich die aktuellen Impfempfehlungen?
Bei der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut sowie bei Ihrem Hausarzt, der die Empfehlungen auf Ihre individuelle Situation anwendet.
Wo Sie weiterlesen
Gesundheit & Infektschutz:
Versorgung organisieren:
Tools:
- Förderungs-Check — alle Leistungen kombinieren
- Kostenrechner — Eigenanteil je Bundesland
Externe Ressourcen
- STIKO / Robert Koch-Institut (RKI) — aktuelle Impfempfehlungen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) — Informationen zum Impfen
- Hausarzt und Apotheke — Impfungen und Impf-Check
- AOK / TK — Ratgeber Impfungen im Alter
Hinweis
Bitte beachten Sie: Dieser Beitrag kann eine individuelle ärztliche Beratung nicht ersetzen. Die für Sie passenden Impfungen und Zeitpunkte legt der Arzt anhand der jeweils aktuellen STIKO-Empfehlungen und Ihrer individuellen Situation fest.
Was wir für Sie tun können
Wir bei Omelia helfen Familien, die Gesundheit älterer Menschen aktiv zu schützen — eine 24-Stunden-Betreuung behält Arzttermine, Impfschutz und Infektvorsorge im Blick. In einem kurzen Gespräch klären wir, wie wir Sie unterstützen können.
Fragen kostet nichts: Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.