Ein Sturz in der Wohnung, ein Schwächeanfall, niemand in der Nähe — für alleinlebende ältere Menschen ist das die größte Sorge. Der Hausnotruf löst genau dieses Problem: Auf Knopfdruck kommt rund um die Uhr Hilfe. Und das Beste: Bei vorhandenem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse den größten Teil der monatlichen Kosten.
Dieser Leitfaden erklärt, wie der Hausnotruf funktioniert, was er kostet, wie hoch der Zuschuss von 25,50 € pro Monat ist, welche Voraussetzungen gelten und wie Sie ihn in wenigen Schritten beantragen.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Der Hausnotruf verbindet per Knopfdruck rund um die Uhr mit einer Notrufzentrale
- Die Pflegekasse zahlt einen Zuschuss von 25,50 € pro Monat als Pflegehilfsmittel (§ 40 SGB XI)
- Voraussetzung: ein Pflegegrad (ab PG 1) und die Person lebt allein oder ist tagsüber häufig allein
- Der Zuschuss deckt in der Regel das Basispaket ab — oft ist er damit faktisch kostenlos
- Zusatzfunktionen (mobiler Notruf mit GPS, Sturzsensor, Schlüsseldepot) kosten meist extra
- Anbieter sind vor allem die Wohlfahrtsverbände (DRK, Johanniter, Malteser, ASB, Caritas) und spezialisierte Firmen
- Antrag läuft über die Pflegekasse — meist unkompliziert
- Sinnvolle Ergänzung zur Sturzprävention und zur häuslichen Pflege
„Der Hausnotruf ist eine der wenigen Leistungen, bei denen Aufwand und Nutzen in einem fast unschlagbaren Verhältnis stehen. 25,50 € übernimmt die Kasse — für viele Alleinlebende bedeutet das ein Stück Sicherheit, das den Umzug ins Heim um Jahre hinauszögern kann.”
1. Wie funktioniert ein Hausnotruf?
Ein Hausnotruf besteht aus zwei Teilen:
- einer Basisstation, die an das Telefonnetz oder per Mobilfunk angeschlossen ist
- einem Funksender als Armband oder Halskette mit einem großen Notrufknopf
Im Notfall drückt die Person den Knopf. Die Verbindung geht sofort an eine 24-Stunden-Notrufzentrale. Die Mitarbeitenden sprechen über die Freisprechanlage mit der Person, klären die Lage und veranlassen das Richtige: Sie informieren Angehörige, einen Pflegedienst — oder rufen den Rettungsdienst.
Viele Anbieter hinterlegen ein Schlüsseldepot oder eine Hinterlegung des Wohnungsschlüssels, damit Helfer im Ernstfall in die Wohnung kommen, ohne die Tür aufbrechen zu müssen.
2. Was kostet ein Hausnotruf?
Die Kosten setzen sich meist aus zwei Teilen zusammen:
- eine einmalige Anschlussgebühr (Einrichtung)
- eine monatliche Grundgebühr für Gerät und Notrufbereitschaft
Die Höhe unterscheidet sich je nach Anbieter und Paket. Das Basispaket (stationäres Gerät + Notrufzentrale) liegt oft in einer Größenordnung, die der Pflegekassen-Zuschuss weitgehend abdeckt. Zusatzleistungen — etwa ein mobiler Notruf mit GPS, ein automatischer Sturzsensor, tägliche Kontrollrufe oder ein Schlüsseldepot — kosten in der Regel extra.
3. Der Zuschuss der Pflegekasse: 25,50 € pro Monat
Der Hausnotruf gilt als technisches Pflegehilfsmittel (§ 40 SGB XI). Die Pflegekasse übernimmt dafür einen Zuschuss von 25,50 € pro Monat. In vielen Fällen deckt dieser Betrag das Basispaket praktisch vollständig ab — der Hausnotruf ist dann für die Familie faktisch kostenlos.
Teilweise wird auch die einmalige Anschlussgebühr übernommen. Klären Sie das direkt mit Ihrer Pflegekasse und dem Anbieter.
4. Wer hat Anspruch? — die Voraussetzungen
Damit die Pflegekasse den Zuschuss zahlt, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:
- Ein anerkannter Pflegegrad (bereits ab Pflegegrad 1)
- Die Person lebt allein oder ist tagsüber über längere Zeit allein und kann in einer Notlage nicht selbst Hilfe rufen
Wer noch keinen Pflegegrad hat, kann den Hausnotruf trotzdem privat nutzen — dann allerdings ohne Zuschuss. In diesem Fall lohnt es sich, parallel einen Pflegegrad zu beantragen.
5. Klassischer oder mobiler Hausnotruf?
- Klassischer (stationärer) Hausnotruf: funktioniert innerhalb der Wohnung und im nahen Umfeld. Ideal für Menschen, die überwiegend zu Hause sind.
- Mobiler Hausnotruf mit GPS: funktioniert auch unterwegs, ortet die Person im Notfall. Sinnvoll für aktivere Senioren — und bei Demenz mit Wandertendenz.
- Mit Sturzsensor: erkennt einen Sturz automatisch und löst den Notruf aus, auch wenn die Person den Knopf nicht mehr drücken kann.
Die mobilen Varianten und der Sturzsensor sind Zusatzleistungen, die über den Grundzuschuss hinaus meist selbst zu zahlen sind.
6. Welche Anbieter gibt es?
Hausnotruf-Dienste werden vor allem von den Wohlfahrtsverbänden angeboten — etwa Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter, Malteser, Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und Caritas — sowie von spezialisierten Unternehmen. Beim Vergleich lohnt der Blick auf:
- Reaktionszeit und Erreichbarkeit der Notrufzentrale
- Umfang des Basispakets (was ist im Zuschuss enthalten?)
- Kosten der Zusatzleistungen (mobil, Sturzsensor, Schlüsseldepot)
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist
- Regionale Verfügbarkeit von Helfern
7. Hausnotruf beantragen — Schritt für Schritt
- Anbieter auswählen und Paket festlegen
- Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse stellen (oft übernimmt der Anbieter die Formalitäten)
- Pflegegrad nachweisen
- Gerät installieren lassen und Notfallkontakte hinterlegen
- Funktion testen — regelmäßig einen Probealarm auslösen
8. Hausnotruf und häusliche Pflege
Der Hausnotruf ersetzt keine Betreuung, aber er ergänzt sie sinnvoll. In Kombination mit einer Wohnung, die auf Sicherheit vorbereitet ist, und konsequenter Sturzprävention verlängert er die Zeit, die ein Mensch sicher zu Hause bleiben kann.
Sobald der Unterstützungsbedarf steigt, ist er ein Baustein neben ambulantem Pflegedienst oder 24-Stunden-Betreuung — gerade in der Übergangsphase, in der noch keine ständige Präsenz nötig ist.
9. Häufige Fragen
Wie hoch ist der Zuschuss zum Hausnotruf 2026?
Die Pflegekasse zahlt einen Zuschuss von 25,50 € pro Monat für den Hausnotruf als technisches Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI.
Ist der Hausnotruf damit kostenlos?
In vielen Fällen deckt der Zuschuss das Basispaket weitgehend ab, sodass für die Familie kaum oder keine Kosten bleiben. Zusatzleistungen wie mobiler Notruf oder Sturzsensor kosten in der Regel extra.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Sie brauchen einen anerkannten Pflegegrad (ab PG 1) und müssen allein leben oder tagsüber über längere Zeit allein sein, sodass Sie im Notfall nicht selbst Hilfe rufen können.
Bekomme ich einen Zuschuss auch ohne Pflegegrad?
Nein. Ohne Pflegegrad zahlt die Pflegekasse keinen Zuschuss. Sie können den Hausnotruf dann privat nutzen — oder zunächst einen Pflegegrad beantragen.
Funktioniert der Hausnotruf auch unterwegs?
Nur der mobile Hausnotruf mit GPS funktioniert außerhalb der Wohnung. Der klassische Hausnotruf ist auf die Wohnung und das nahe Umfeld ausgelegt.
Wer kommt im Notfall?
Die Notrufzentrale klärt die Lage und veranlasst die passende Hilfe: Sie informiert hinterlegte Angehörige oder einen Pflegedienst — oder ruft bei einem medizinischen Notfall den Rettungsdienst.
Wie beantrage ich den Hausnotruf?
Wählen Sie einen Anbieter, stellen Sie über ihn oder direkt einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse und weisen Sie Ihren Pflegegrad nach. Viele Anbieter übernehmen die Formalitäten für Sie.
Lohnt sich ein Sturzsensor?
Für Menschen mit hohem Sturzrisiko ja, weil er den Notruf automatisch auslöst — auch, wenn die Person den Knopf nicht mehr drücken kann. Der Sturzsensor ist allerdings eine Zusatzleistung, die meist über den Grundzuschuss hinaus zu zahlen ist.
Was kostet die Anschlussgebühr?
Die einmalige Anschlussgebühr unterscheidet sich je nach Anbieter. Teilweise übernimmt sie die Pflegekasse ganz oder anteilig — klären Sie das vorab mit Kasse und Anbieter.
Kann ich den Hausnotruf auch ohne Angehörige in der Nähe nutzen?
Ja. Sie können in der Notrufzentrale hinterlegen, wer im Notfall benachrichtigt wird. Ist niemand erreichbar, veranlasst die Zentrale bei einem medizinischen Notfall den Rettungsdienst — ein Schlüsseldepot verhindert dann das Aufbrechen der Tür.
Muss ich den Hausnotruf regelmäßig testen?
Ja. Ein regelmäßiger Probealarm stellt sicher, dass Gerät und Verbindung funktionieren. Viele Anbieter erinnern daran oder führen automatische Funktionsprüfungen durch.
Fazit
Der Hausnotruf ist eine der wirtschaftlichsten Sicherheitsmaßnahmen überhaupt: Für 25,50 € pro Monat, die bei vorhandenem Pflegegrad die Pflegekasse übernimmt, ist im Notfall rund um die Uhr Hilfe erreichbar. Für alleinlebende ältere Menschen kann das den entscheidenden Unterschied machen — zwischen einem Sturz, der unentdeckt bleibt, und einem, bei dem schnell jemand kommt. Prüfen Sie, ob ein klassisches Gerät genügt oder ob ein mobiler Notruf mit GPS und Sturzsensor sinnvoll ist, und vergleichen Sie die Anbieter nicht nur nach Preis, sondern nach Reaktionszeit und Vertragsbedingungen. In Kombination mit konsequenter Sturzprävention und einer altersgerechten Wohnung verlängert der Hausnotruf die Zeit, die ein Mensch sicher und selbstbestimmt zu Hause leben kann — und verschafft auch den Angehörigen ein Stück Ruhe.
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Sicherheit zu Hause:
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- Wohnumfeldverbesserung — 4.180 € Zuschuss
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- Pflegekassen-Leistungen 2026 — Übersicht
Tools:
- Förderungs-Check — alle Leistungen kombinieren
- Kostenrechner — Eigenanteil je Bundesland
Externe Ressourcen
- Pflegekasse Ihrer Krankenkasse — Antrag auf Kostenübernahme
- Wohlfahrtsverbände (DRK, Johanniter, Malteser, ASB, Caritas) — Anbieter vor Ort
- Pflegestützpunkte Ihres Bundeslandes — kostenlose Beratung
- Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de) — Anbieter- und Vertragsvergleich
Hinweis zu Beträgen
Der Zuschuss von 25,50 € pro Monat entspricht dem Stand 2026. Die tatsächlichen Gesamtkosten und der verbleibende Eigenanteil hängen von Anbieter, Paket und gewählten Zusatzleistungen ab. Klären Sie die konkrete Kostenübernahme mit Ihrer Pflegekasse.
Was wir für Sie tun können
Wir bei Omelia helfen Familien, die häusliche Pflege sicher aufzustellen — vom Hausnotruf über die passenden Hilfsmittel bis zur 24-Stunden-Betreuung. In einem kurzen Gespräch klären wir, welche Bausteine für Ihre Situation sinnvoll sind.
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